Nahezu alle meine Kusa-Pots werden aus Steinzeugton bei einer Temperatur von ca. 1230 °C in einem elektrisch beheizten Ofen gebrannt. Die Wasseraufnahme dieser Schalen liegt unter 3% - daher sind sie frostfest.
Steinzeug ist eine keramische Masse, die sinternd gebrannt wird. Bei der hohen Brenntemperatur verglast die Masse und wird dadurch wasserundurchlässig.
Steingut hingegen wird bei einer geringeren Temperatur gebrannt, der Scherben bleibt porös. In den Poren gefrierende Feuchtigkeit führt recht schnell zu Abplatzungen.
Da ist zunächst einmal die Farbe des gebrannten Tones, des »Scherbens«. Letzterer Begriff bezeichnet übrigens nicht die Überreste einer zerbrochenen Schale sondern den festen gebrannten Tonkörper. Aber das nur am Rande... Während Porzellan hauptsächlich aus Kaolin, Feldspat und Quarz besteht und weiß ausbrennt, enthalten die von mir verwendeten Tonmassen zusätzlich Eisenoxid. Je nach Anteil brennen diese Steinzeugmassen von hell cremefarben über beige und bräunlich bis zu einem dunklen Ziegelrot aus.
Glasuren sind glasartige Überzüge aus wiederum mineralischen Rohstoffen, hauptsächlich jedoch Quarz. Dem Quarzmehl werden weitere Mineralien zugefügt, um es überhaupt schmelzbar zu machen und Kaolin zur Einstellung der Viskosität. Die unterschiedlichen Farben entstehen durch Beimischung verschiedener Metallsalze. Möglicherweise sind Dir »Delfter Kacheln« mit ihrem leuchtend blauen Dekor bekannt? Dieser blaue Farbton beispielsweise entsteht durch die Verwendung eines Kobaltsalzes. Synthetische Pigmente, wie sie in Lacken oder Farbstiften verwendet werden, sind hingegen für eine keramische Glasur vollkommen ungeeignet, da sie die hohen Brenntemperaturen von mehr als 1200 °C für meine Kusa-Pots nicht »überleben« würden.
JEIN! Während Bonsai zumeist in einem sehr durchlässigen Substrat mit einem hohen mineralischen Anteil stehen, werden Kusamono und Shitakusa nicht selten in einem Substrat mit größerem organischen Anteil gepflanzt. Zudem entwickeln die meisten Stauden einen ziemlich dichten Ballen aus sehr feinen Wurzeln. Ein derartiger Wurzelballen kann Wasser wie ein Schwamm aufnehmen. Besonders bei Schalen mit eingezogenem Rand - also wenn die obere Öffnung enger ist als der »Bauch«, kann das sich beim Gefrieren ausdehnende Eis selbst ein schweres, dickwandiges Pflanzgefäß problemlos sprengen. Ich empfehle jedoch auch zum Schutz der Pflanzen vor Frosttrocknis im Winter einen geschützten Stellplatz.
Es hängt schon ein wenig von den verwendeten Pflanzen ab. Die üblicherweise für Bonsai geeigneten Substrate sind eher nicht geeignet. Die bekannte Kusamono-Lehrerin Young Choe beispielsweise empfiehlt eine Mischung aus fünf Teilen handelsüblicher Planzerde und einem Teil Akadama. In eine ähnliche Mischung pflanze auch ich meine Kusamono.
Ich verwende auf zehn Teile Anzucht- und Kräutererde ➦], einen Teil feines Akadama und einen Teil Lechuza Basicpon ➦]. Letzteres ist eine rein mineralische Mischung aus Bims, Lava und Zeolith.
Einige Pflanzen haben jedoch speziellere Ansprüche: Alpine Gewächse bevorzugen eine Mischung mit deutlich erhöhtem mineralischen Anteil bis hin zu Split aus verschiedenen Gesteinen, Moorbeetpflanzen brauchen häufig ein eher saures Substrat mit einem hohen Torfanteil. Bei der Anschaffung derartiger Gewächse empfehle ich den Händler um Rat zu bitten. Nicht selten kann er auch eine angepaßte Substratmischung anbieten.
Kusa-Pots pflegst Du idealerweise genauso, wie Du Deine Bonsaischalen pflegst. Insbesondere solltest Du zur Reinigung einer verschmutzten Schale niemals aggressive Mittel verwenden, um eine bereits vorhandene Patina auf den Schalen nicht zu zerstören. Patina ist »Wabi-Sabi« und genießt hohe Wertschätzung.
Schau dazu bitte unterter den Menüpunkten Bezugsquellen und Termine nach.
Zunächst einmal wird Japanisch nicht mit lateinischen Buchstaben geschrieben. Um es für uns lesbar zu machen, wird nach dem Hepburn-System transkribiert. Des weiteren ist zu erwähnen, dass in der modernen japanischen Sprache die Vokale »i« und »u« besonders vor stimmlosen Konsonanten verschluckt werden. Dieses Phänomen wird Devokalisierung genannt.
Die Aussprache des Wortes »Kusamono« wird in der IPA-Lautschrift als [kɯsamono] dargestellt. Es klingt also wie Ksamono. Das »u« ist nahezu vollständig verschwunden und bei schneller Sprechweise im Prinzip nicht mehr hörbar.
Auch beim Wort »Shitakusa« tritt das Phänomen der Devokalisierung auf. In der IPA-Lautschrift wird es [ɕitakɯsa] dargestellt und klingt wie Schitaksa. Das »u« wird nahezu »verschluckt« während das »i« nur noch in Andeutung erhalten bleibt.
Die exakte Aussprache, besonders die Devokalisierung, ist jedoch nicht überall in Japan identisch, es gibt genau wie im Deutschen regionale Unterschiede.